Stiepel

Stadtteil-Wanderung „Auf alten Kohlepfaden“

Die Veranstaltungsreihe „Stiepel damals und heute“ findet eine Fortsetzung. Die beiden Vereine Pro Stiepel e.V. und der Stiepeler Verein für Heimatforschung e.V. bieten für Interessierte den mittlerweile dritten Rundgang mit historischem Hintergrund an. Termin ist

Samstag, 15. September, von 15 bis ca. 17 Uhr.

Geplant ist eine Wanderung zwischen Bliestollen und Pfingstblume, Treffpunkt ist um 15:00 Uhr an der Pfingstblume, Brockhauser Straße 126. Ein Schwerpunkt wird der frühe Bergbau in Stiepel sein, der sich im sogenannten Rauterdeller Siepen zwischen dem Malakoffturm und der Ecke Hülsbergstraße/Am Varenholt abspielte. Die Tour führt vorbei an Knösels Mühle und einigen alten Höfen rund um die Blankensteiner-/Kosterstraße. Auch über die Kohlenniederlage an der Kost und die Geschichte der Kosterbrücke samt Schiebe-/Pferde- und Eisenbahn für den Kohlentransport wird es Interessantes zu hören geben. Über den Leinpfad wandern wir entlang der Ruhr bis zur Schleuse mit Blick auf die ehemalige Badeanstalt. Wiederum werden die Stiepeler Heimatforscher Wilhelm Hensing und Andreas Finke kompetente Begleiter sein.

Apfelfest am 6. Oktober 2018

Unser Apfelfest für Große und Kleine findet statt am Samstag, 6. Oktober 2018 von 14 bis 18 Uhr. Kommt und findet heraus, was es alles rund um das Thema “Apfel” zu entdecken gibt: Vom Cidre bis zur Apfelschorle, vom Apfelkuchen bis zu den Reibeplätzchen mit Apfelmus! Erfahrt Wissenswertes über alte Apfelsorten und genießt eine schöne Zeit in historischer Atmosphäre.

  • Annette Hoffstiepel vom BUND gibt Informationen zum Thema Apfel
  • Interessante Buchtipps, Koch-/Backrezepte und vieles mehr …
  • Von Bauer Große Munkenbeck könnt ihr Leckeres vom Land erwerben

Plattdeutscher Abend am 19. Oktober 2018

Der Stiepeler Verein für Heimatforschung e.V.  lädt am Freitag, den 19. Oktober 2018 um 18 Uhr ins Lutherhaus, Kemnader Straße 127 zu einem Plattdeutschen Abend ein (Einlass: 17 Uhr). Zunächst findet unter Leitung von Pfarrerin Susanne Kuhles und Wilhelm Hensing, begleitet vom Posaunenchor Stiepel-Haar, ein plattdeutscher Gottesdienst statt. Daran schließt sich ein gemütliches Beisammensein “met lecker eätten, drinken un plattkürn” an, bevor der Theaterkreis des Vereins mit dem Mundartstück: „Dä geklaute Suerge“ unterhält. Der Verein freut sich auf viele Besucher, für das leibliche Wohl wird wie immer gesorgt! Kommt git mä alle un makt dä Kiärke vull. Büs daohen, holt git ink fräit und bliwwt git mi gesund!

Dr. Rainer Dickhut ist verstorben

Wir trauern um ein Mitglied und einen treuen Freund des Stiepeler Vereins für Heimatforschung e.V. sowie Vorsitzenden des befreundeten Knappenvereins Schlägel & Eisen Stiepel Dorf 1884. Er wird uns fehlen. Mit traurigem Glückauf.

Dr. Rainer Dickhut

Dr. Rainer Dickhut

Gewerbe- und Handwerksbetriebe

Dass Stiepel “früher” durch Landwirtschaft, Bergbau und die Henrichshütte in Hattingen geprägt war und viele Stiepeler dort ihren Lebensunterhalt verdienten, ist bekannt. Doch welche Gewerbe- und Handwerksbetriebe waren ansässig? Wir versuchen, diese nach und nach darzustellen. Dazu sind wir auf Deine Unterstützung angewiesen! Wir würden uns freuen, wenn Du uns Fotos, Dokumente oder andere Dinge rund um Gewerbebetriebe in Deinem Umfeld zur Verfügung stellst.  

Eine kleine Chronik der Metzgerei Parr

Die Geschichte der Familie Parr beginnt in Hessen, im kleinen Ort Kirchlotheim. Der dort im Jahr 1834 geborene Johann Daniel Parr verdiente seinen Unterhalt als Tagelöhner. Wie so viele andere auch wanderte er in den 1860er Jahren ins Ruhrgebiet ein, um sich eine Existenz als Bergmann aufzubauen. In Hattingen erfolgte im Jahr 1866 die Gründung einer Familie: In jenem Jahr findet die Hochzeit mit Alwine Striebeck statt und der Sohn Heinrich Gustav Parr wird geboren. Mit seiner Familie verschlägt es ihn dann um 1875 nach Stiepel, wo der genannte erstgeborene Sohn im Jahr 1889 die Friederike Lisette Hoffstiepel heiratet. In dieser Ehe wiederum wird am 10. März 1893 Heinrich Gustav Parr junior geboren, der später die gleichnamige Metzgerei gründen wird. Doch der Reihe nach. 1907 beginnt er im Alter von 14 Jahren eine Metzgerlehre in Weitmar, ab 1911 führen ihn die Gesellen- und Wanderjahre nach Gelsenkirchen, Elberfeld und Lütgendortmund. Von 1915 bis 1918  muss er am 1. Weltkrieg teilnehmen, ab 1919 arbeitet er dann auf der Henrichshütte in Hattingen. Erst im September 1929 meldet er ein Gewerbe als „Fleisch- und Fettwarenhandlung“ mit der Adresse Finkenstraße 11 an. Dies ist der Beginn der Metzgerei Parr an der heutigen Kosterstraße. Familie Parr hatte zwar Wohneigentum an der heutigen Straße Am Varenholt, für die Metzgerei wurden aber Räumlichkeiten angemietet. Wohl weil dieser Standort an der Kosterstraße zu abgelegen war, wechselte Heinrich Gustav Parr nach ca. zwei bis drei Jahren zum zweiten Standort in ein Geschäftslokal im Hause der Wirtschaft Westermann an der Kemnader Straße 200. Auch wenn diese Stelle aus heutiger Sicht vielleicht ebenfalls als relativ abgelegen erscheint, seinerzeit war dies eine stark frequentierte Ecke. Die Wirtschaft Westermann selber brachte Kundschaft, gegenüber war das Stiepeler Gemeindehaus (später die Verwaltungsstelle der Stadt Bochum) und an der Straßenbahnhaltestelle der Linie Welper-Bochum stieg so mancher ein und aus, insbesondere die Arbeiter der Henrichshütte, die sich von dort aus in das restliche Stiepel verteilten.

Metzgerei Parr: Dritter Standort Kemnader Straße 201 (1955)

Metzgerei Parr: Zweiter Standort Kemnader Straße 200 (Westermann, 1953). Vorne rechts: Gustav und Ilse Parr

Der am 26. März 1923 geborene Sohn Georg Gustav Parr ging ab April 1937 in die Lehre bei seinem Vater und legte im Oktober 1940 die Gesellen-, im November 1947 die Meisterprüfung ab. Im Jahr 1954 erwarben Georg Gustav Parr, der die Metzgerei seines Vaters mittlerweile übernommen hatte, und seine Frau Ilse, geborene Best, von Landwirt Schulte-Schüren ein Stück Land schräg gegenüber der Wirtschaft Westermann (neben dem Gemeindehaus) und errichteten dort den dritten Standort. Die Geschäftseröffnung im Neubau an der Kemnader Straße 201 wurde unmittelbar nach der Stiepeler Kirmes 1955 gefeiert.

Metzgerei Parr: Dritter Standort Kemnader Straße 201 (1955)

Metzgerei Parr: Dritter Standort Kemnader Straße 201 (1955). Davor ein Oberleitungsmast der Straßenbahnlinie 5.

Im Jahr 1978 beendete das Ehepaar Parr seine berufliche Laufbahn. Nach 49 Jahren und zwei Generationen endete die Geschichte der Metzgerei Parr. Das Geschäft wurde an das Ehepaar Birkenfeld verpachtet, die es bis ca. 1985 unter ihrem Namen weiterführten. Übrigens schien der Name „Parr“ schwierig auszusprechen gewesen zu sein. Bei den meisten Stiepelern wurde beim gesprochenen Wort einfach der Buchstabe „e“ angehängt, so dass man immer zur Metzgerei „Parre“ ging.

Metzgerei Parr: Wiedereröffnung durch Birkenfeld (1978)

Metzgerei Parr: Zeitungsanzeige zur Wiedereröffnung durch Birkenfeld (1978)

 

Sattlerei Schilling

An der Gräfin-Imma-Straße war die Sattlerei Schilling beheimatet, Heinrich Schilling ließ sich dort um 1930 vor seinem Geschäft ablichten. Das Rechnungsformular im Hintergrund stammt aus den 1940er Jahren.

Sattlerei Schilling Stiepel

Sattlerei Schilling Stiepel

Luftangriff Mai 1943

Im Mai 1943 erlebten Stiepel und andere Stadtteile des Bochumer Südens den für sie schwersten Luftangriff des 2. Weltkriegs. Er war Teil der fünf Monate währenden britischen Luftoffensive, bei der praktisch sämtliche Großstädte an Rhein und Ruhr bombardiert wurden. Was für die Bochumer Innenstadt -gemessen an den Treffern und Zerstörungen- der 4. November 1944 darstellt, ist für Stiepel die Nacht vom 13. auf den 14. Mai 1943. Der Stiepeler Heimatverein hat versucht, die bei diesem Angriff komplett zerstörten Gebäude sowie die ums Leben gekommenen Personen zu ermitteln, um so eine Schneise mit den schwersten Schäden grafisch darzustellen (Stand: Mai 2018 zum 75. Jahrestag). Dazu sind im Stadtplan des Jahres 1939 die (komplett) zerstörten Gebäude mit einem roten Stern versehen. Diejenigen Häuser, in denen außerdem Tote zu beklagen waren, sind zusätzlich schwarz umkreist. Angemerkt sei, dass der Stiepeler Heimatverein neben seinen eigenen Kenntnissen auf Hinweise aus einem Leseraufruf des Stiepeler Boten angewiesen war. In Summe kann dabei durchaus ein zerstörtes Gebäude übersehen worden sein. Die Anzahl der bei diesem Angriff ums Leben gekommenen Personen wurde hingegen exakt ermittelt. Hierzu konnten im Bochumer Stadtarchiv Aufzeichnungen der damaligen Stadtverwaltung ausfindig gemacht werden. Das Ergebnis der Forschungen lässt sich auf dem Stadtplan gut ablesen. Die Schneise der Zerstörung zog sich, beginnend an der Kemnader Straße (Ortsgrenze Weitmar) in Richtung Süden über den Henkenberg mit letzten Treffern an der Galgenfeldstraße und dem Wasserwerk an der Ruhr.

Stadtplan 1939: rot markiert = komplett zerstörte Gebäude; schwarz umkreist = Gebäude mit Toten (mit Genehmigung des Amtes für Geoinformation, Liegenschaften und Kataster der Stadt Bochum, Kontrollnummer: BO/11/367)

Stadtplan 1939: rot markiert = komplett zerstörte Gebäude; schwarz umkreist = Gebäude mit Toten (mit Genehmigung des Amtes für Geoinformation, Liegenschaften und Kataster der Stadt Bochum, Kontrollnummer: BO/11/367)

Als markantes Gebäude wurde die Stiepeler Ziegelei (Standort: heutiger Sportplatz) so schwer beschädigt, dass sie die Produktion auch nach dem Krieg nicht wieder aufnahm und 1952 abgerissen wurde. Der damalige Vikar der Katholischen Kirchengemeinde, Johannes Plitt, notierte in seiner Chronik: „ … die Mine, die hinter der Ziegelei heruntergekommen war, hatte … das Turmkreuz ganz verbogen …“. Auch die Stiepeler Dorfkirche büßte indirekt durch den Treffer einer Luftmine ihren Turm ein. Winfried Schonefeld beschreibt in seiner „Geschichte eines Kirchspiels“, dass die Holzkonstruktion des Turmhelms stark beschädigt wurde, die Herbststürme nicht überstand und einstürzte, wobei auch das Dach des Kirchenschiffs erheblich beschädigt wurde. Darüber hinaus wurde die Bochumer Wasserversorgung durch zwei Treffer in den Hauptleitungen des Stiepeler Wasserwerks für mindestens einen Tag deutlich erschwert.

Kemnader Straße, kurz vor der Krockhausstraße, Blick nach Norden, Mai 1943

Kemnader Straße, kurz vor der Krockhausstraße, Blick nach Norden, Mai 1943

 

Kemnader Straße, kurz vor der Krockhausstraße, Blick nach Süden, Mai 1943

Kemnader Straße, kurz vor der Krockhausstraße, Blick nach Süden, Mai 1943

In Stiepel gab es bei diesem Luftangriff genau 14 Tote in vier Häusern. In besonders dramatischer Weise war ein Haus an der Kemnader Straße, kurz vor der Einmündung der Sandfuhrstraße, betroffen. Darin starben 9 (!) Personen, größtenteils aus einer Familie. Genau in jenem Bereich der Kemnader Straße, rund um die Kreuzung mit der Krockhaus- und Sandfuhrstraße, gab es, so die Erkenntnisse aus den Forschungen, die mit Abstand schwersten Schäden. Die von Anwohnern zur Verfügung gestellten Fotos zeigen die Zerstörungen genau in diesem Abschnitt der Kemnader Straße. Die übrigen drei Häuser mit Todesopfern lagen an der Hülsberg-, Henkenberg- und Galgenfeldstraße. Die in Stiepel-Dorf errichtete große Flak-Stellung, die auf einem Luftbild in den Feldern zwischen dem Dorf und der Gibraltarstraße gut zu erkennen ist (roter Kreis), konnte den Angriff nicht verhindern.

Amerikanisches Luftbild 1945: Flak-Stellung Stiepel-Dorf, Foto: Stadt Bochum, Bildarchiv

Amerikanisches Luftbild 1945: Flak-Stellung Stiepel-Dorf, Foto: Stadt Bochum, Bildarchiv

Spendenaufruf für das Pfingstblümchen

Der Neubau unseres „Pfingstblümchens“ (als Vortrags-, Ausstellungs- und Veranstaltungsgebäude) geht nun in die Zielgerade. Am 5. April wurden die notwendigen Außenarbeiten begonnen, dies sind Aushub- und Pflasterarbeiten sowie die Errichtung einer Stützmauer. Verwendet werden überwiegend gestiftete alte Bruchsteinplatten, veranschlagt ist eine Zeitspanne von vier Wochen. Trotz wohlwollender Kalkulation des beauftragten Unternehmens wird der Kostenumfang aufgrund der Vielzahl der erforderlichen Arbeitsstunden beträchtlich sein. Deshalb bitten wir um Eure/Ihre Unterstützung in Form einer Spende auf unser Konto bei der Sparkasse Bochum: DE38 4305 0001 0020 3057 77  (Spendenbescheinigung wird ausgestellt) Nach anschließender Fertigstellung der Innenarbeiten wird eine Nutzung des Gebäudes ab Juli/August 2018 angestrebt. Wir bemühen uns sehr um die Fertigstellung unseres Pfingstblümchens und bedanken uns ganz herzlich für die Unterstützung!

Beginn Pfingstblume-Café

Am Sonntag, den 22. April 2018 startet die diesjährige Saison für das Pfingstblume-Café. Es ist bis zum 9. September 2018, dem Tag des offenen Denkmals, jeweils sonntags in der Zeit von 15 – 17 Uhr geöffnet. Es gibt leckere selbstgemachte Kuchen und Torten, sowie Kaffee, Tee und andere Getränke zu fairen Preisen. Es wird uns eine Freude sein, Dich ganz herzlich begrüßen zu dürfen!

Das Pfingstblume-Café im Garten des denkmalgeschützten Betriebsgebäudes

Das Pfingstblume-Café im Garten des denkmalgeschützten Betriebsgebäudes