becker

Emil Becker (1903 – 1978)

Emil Becker erblickte am 24. Dezember 1903 das Licht der Welt und wuchs als Sohn eines Bergmannes auf einem klei­nen Kotten an der heutigen Haarholzerstraße auf. Er besuchte mit der Schrick­schule eine der sechs Stiepeler Volksschulen und erlebte als Schüler die Auswirkungen und das Ende des 1. Weltkrieges und damit das Ende des Kaiserreiches.

Emil Becker 1950er Jahre

Emil Becker 1950er Jahre

Während die Weltwirtschaftskrise ihrem Höhepunkt zustrebte, begann er eine Lehre als Schmied auf der in der Nachbarschaft gelegenen und gerade neu aufgelassenen Zeche Klosterbusch und legte damit wohl den Grund­stock für seine künstlerische Arbeit, die in den 1950er und 1960er Jahren ihren Höhepunkt fand. Bis zum Jahre 1928 blieb er, nachdem er 1927 ein Stiepeler Mädchen, Maria Lina Althaus, geheiratet hatte, seiner Lehrstätte noch verbunden, um dann beruflich auf die andere Ruhrseite zu wechseln. Die Anstellung als Schmied beim Bergbauzulieferer Paul Pleiger im Hammertal erlaubte es ihm, nebenberuflich seinen künstle­rischen Neigungen und Fertigkeiten mit dem Besuch der bereits seit 1911 bestehenden „Staatlich genehmigte Handwerker- und Kunstgewerbeschule“ in Essen, die später zur „Folkwangschule für Gestaltung“ wurde und mittlerweile ein Teil der Folkwang Universität der Künste ist, den Feinschliff zu geben.

Meisterstück

Meisterstück

Der Kriegsdienst blieb ihm aufgrund seiner Arbeit in einem kriegswichtigen Betrieb erspart. Mit dem Anbau einer kleinen Schmiedewerkstatt am elterlichen Kotten erfüllte er sich nach dem 2. Weltkrieg den Wunsch nach einer geeigneten Räumlichkeit, in der in den Folgejahren unzählige Kupfertreibarbeiten mit örtlichen Motiven wie Windmühle, Kirche oder Jagdmotiven sowie andere Kunst­schmiedearbeiten entstanden, die sich heute noch in und an vielen Stiepeler Häusern finden. Zum Höhepunkt seines Schaffens gehört wohl die 1966 erstellte Kupferabdeckung auf dem alten gotischen Taufstein in der Stiepeler Dorfkirche. Emil Becker, der mit einer hohen Identifikation zu seinem Geburtsort seinen Weg vom Zechenschmied zum Kunst­schmied, vom Handwerker zum Künstler machte, starb am 2. Dezember 1978.

Taufsteinabdeckung Stiepeler Dorfkirche (1966)

Taufsteinabdeckung Stiepeler Dorfkirche (1966)

Ausstellung Emil Becker

Wir eröffnen die Ausstellungsreihe „Vergessene / Verstorbene Künstler aus Stiepel“ am Sonntag, 21. Juli 2019 im Pfingstblümchen. Die Reihe startet mit Emil Becker (1903 – 1978) und seinem „Leben zwischen Handwerk und Kunst“. Die Eröffnung der Ausstellung findet im Rahmen des Pfingstblume-Cafés um 15 Uhr statt. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 8. September jeweils zu den Café-Öffnungszeiten.

Ausstellung Emil Becker

Ausstellung Emil Becker

Emil Becker, aufgewachsen in der Bauerschaft Haar, verbrachte seine Lehrzeit als Zechenschmied auf der Zeche Klosterbusch. Er erhielt eine Anstellung als Schmied bei Pleiger im Hammertal und kümmerte sich zwischendurch um die Weiterbildung an der Handwerker- und Kunstgewerbe-Schule, heute die Folkwangschule in Essen. Emil Becker arbeitete als Kunstschmied mit Metall und Kupfer, bekannt wurde er mit seinen historischen und jagdthematischen Kupfermotiven. Ein Höhepunkt seiner Kupfer-Treibarbeiten stellt die Abdeckung des gotischen Taufsteins in der Stiepeler Dorfkirche dar.

Ausstellung Emil Becker

Ausstellung Emil Becker