Straßen

Auf der Egge

Im Dezember 2024 werden es genau 100 Jahre, dass die Siedlung „Auf der Egge“ fertiggestellt und von den ersten Mietern bezogen wurde. Die Geschichte der Siedlung und insbesondere die des Grundstücks beginnt jedoch viel früher und ist untrennbar verbunden mit der Gastwirtschaft an der Gräfin-Imma-Straße 48. Heute ist es „Der Grieche“ in Stiepel, die Historie beginnt aber bereits im Jahr 1836 am ursprünglichen Standort auf der anderen Straßenseite schräg gegenüber, heute die Hausnummer 49. Das genaue Jahr des Grundstückerwerbs und des Hausbaues ist nicht bekannt, aber man kann davon ausgehen, dass ein gewisser Heinrich Schreier vor 1824 mit dem Beruf des Leinenwebers nach Stiepel gekommen ist, denn auf der sogenannten Preußischen Gemeindekarte von 1824 ist das Haus bereits eingezeichnet. Das von ihm erworbene, ursprünglich rund 19.000 m² große Grundstück war Teil des seit der sog. Markenteilung des Jahres 1786 dem evangelischen Pastorat gehörenden Waldstücks, des „Pastoratsbusches“. Auf diesem Grundstück errichtete er zusammen mit seiner Ehefrau Anna Catharina, geborene Wefelscheid, ein Fachwerkhaus. Ab 1836 betrieb er dort eine Schankwirtschaft, die später zunächst sein Sohn Friedrich Wilhelm Schreier (*1841), dann sein Enkel Heinrich Schreier (* 1871) weiterbetrieben.

Der Letztgenannte stellte in der Gründerzeit des Fußballs um die vorletzte Jahrhundertwende auf seinem Grundstück eine Fläche als Sportplatz zur Verfügung. Stiepel hatte mehrere Fußballvereine, aber kein vernünftiges Gelände, diesen Sport auszuüben. Heinrich Schreier stellte genau die Fläche der heutigen Siedlung zur Verfügung. Im Jahr 1913 verkaufte er diese Fläche an die Gemeinde Stiepel. Mit den Erlösen aus diesem Grundstücksverkauf wurde unter Verwendung von Steinen aus dem ebenfalls auf dem Grundstück liegenden Steinbruch im Jahr 1913 schräg gegenüber mit dem Bau der „neuen“ Gastwirtschaft begonnen. Zunächst nannte Heinrich Schreier seine Wirtschaft „Restauration Zum Sportplatz“, für die Stiepeler war es aber schlicht „Haus Schreier“.

Restauration "Zum Sportplatz", 1913
Restauration “Zum Sportplatz”, 1913

Zunächst noch ein anderer Aspekt Stiepeler Geschichte: Bereits während des 1. Weltkriegs, aber auch und gerade in den Jahren danach kam es in sämtlichen Städten und Gemeinden des Ruhrgebiets aus unterschiedlichen Gründen zu einer enormen Wohnungsmisere. Zwei in der Stiepeler Gemeindevertretung am häufigsten auf der Tagesordnung stehenden Themen in der Zeit nach 1918 waren die „Bekämpfung der Wohnungsnot“ und das „Siedlungswesen“. Im November 1919 wird beispielsweise festgehalten: „Der in der Gemeinde herrschende erschreckende Mangel an Kleinwohnungen zwingt uns zu durchgreifenden Maßnahmen.“ Eine dieser Maßnahmen war der Erwerb und die Wieder-Inbetriebnahme der Munkenbeck’schen Ziegelei auf dem Gelände der heutigen Grundschule. Mit den produzierten Steinen sollten in den Folgejahren drei gemeindeeigene Siedlungen errichtet werden. Die Siedlung „Auf der Egge“ wurde nach „Am Vormbrock“ und „Finkenstraße“ (heute: Kosterstraße) als dritte geplant. Im März 1922 wird in der Gemeindevertretung angeregt „… ob nicht das Gelände früherer Spielplatz bei Schreier sich zur Bebauung eigne.“ Im Juli 1923 wird dann beschlossen, „den Gemeinde-Spielplatz … mit 8 Doppelhäusern zu bebauen.“ Im Dezember 1924 war es dann so weit, die Häuser wurden bezogen. In den 16 Doppelhaushälften wohnten seinerzeit 136 Menschen, also im Schnitt 8,5 Personen je Haus. Aufgrund der Wohnungsnot wurden je Haus zwei statt wie ursprünglich angedacht nur eine Familie untergebracht. Die Straße wurde ebenfalls fertiggestellt und von Beginn an mit Wasser- und Stromleitungen ausgestattet. Geheizt wurde damals mit Kohle, was sonst?

Die dritte gemeindeeigene Siedlung „Auf der Egge“. Foto: privat
Die dritte gemeindeeigene Siedlung „Auf der Egge“. Foto: privat

Auf dem historischen Foto (Blick vom Henkenberg in Richtung Süden) ist links die Rückansicht der heutigen Gräfin-Imma-Straße 48 zu sehen, rechts daneben das ursprüngliche Fachwerkhaus der Familie Schreier, im Hintergrund die Siedlung „Auf der Egge“.

Die Häuser bestanden aus 2 Stockwerken, waren aus massiven Ziegelsteinen gemauert, die Dächer waren mit Ziegeln eingedeckt. Die Häuser bestanden aus:

Kellergeschoss: 1 Waschküche und 2 Kellerräume
Erdgeschoss: 1 Wohnküche und 2 Zimmer
Dachgeschoss: 1 Zimmer, 1 Kammer, 1 Bodenraum
Anbau: 1 Stall, 1 Abort (Plumpsklo, WC erst ab 1958)
Hofraum/Hausgarten (zur Eigenversorgung)

Die Miete für ein halbes Doppelhaus betrug zunächst 30 Reichsmark im Monat, 1927 wurde sie auf 35 Reichsmark erhöht. Wer im Erdgeschoss wohnte, hatte den Hausgarten zur Verfügung, die Familie im Dachgeschoss bekam ein Stück vom Schrebergarten, der sich hinter den letzten beiden Häusern (Hausnummern 15 und 16) befand. Dort am Ende der Siedlung wurden 1960 und Anfang der 1970iger Jahre zwei weitere Häuser gebaut (Hausnummern 18 und 20), der Schrebergarten musste dieser neuen Wohnbebauung weichen.

Grundriss der Siedlung „Auf der Egge“, Quelle: Stadtarchiv Bochum
Grundriss der Siedlung „Auf der Egge“, Quelle: Stadtarchiv Bochum

Innerhalb der Gemeinde wuchs der Gedanke, zur weiteren Bekämpfung der Wohnungsnot eine Baugenossenschaft zu gründen. Im April 1925 fasste die Gemeinde Stiepel den Beschluss, der bereits kurz vorher gegründeten Baugenossenschaft „Heimat“ beizutreten. Die drei bis dahin gemeindeeigenen Siedlungen wurden gegen Übernahme der Hypothekenschulden im Jahr 1927 in die Baugenossenschaft eingebracht.

Die Siedlungsgemeinschaft hat ihre 100-Jahr-Feier übrigens schon durchgeführt. Um das sommerliche Wetter zu nutzen, wurde sie auf den September 2024 vorgezogen.

(Text mit freundlicher Unterstützung: Martina Faltinat)

Sandfuhrstraße

Der Name „von Hagen“ in der Stiepeler Historie

Auch wenn der Familienname „von Hagen“ sich vielleicht nicht so anhört, so ist er doch seit über 230 Jahren in Stiepel etabliert. Zum Beispiel gab es unter den Gastwirtschaften zwei mit diesem Namen, zusammen mit “Becker”, “Behrenbeck”, “Wengeler” und “Schreier”, die als Gastwirtfamilien ebenfalls zweimal vertreten waren, wurden diese in der Stiepeler Historie nur von „Hasenkamp“ und „Haarmann“ übertroffen (drei- bzw. viermal). Und in zwei Straßennamen ist die Familie von Hagen verewigt, das schaffen auch nicht viele. Doch eins nach dem anderen. Der erste in Stiepel geborene von Hagen war Diederich (1789 – 1859), seine Eltern sind aus dem heutigen Wuppertal zugewandert. Er erwirbt das in der sog. Markenteilung von 1786 dem Hof Schulte Kortwig (Brockhauser Straße) zugeordnete Waldstück östlich der heutigen Kemnader Straße / rund um die Sandfuhrstraße. Wann genau es verkauft und urbar gemacht wurde, lässt sich nicht mehr nachvollziehen, zumindest sind im Stiepeler Flurbuch des Jahres 1824 knapp 15 Preußische Morgen, also fast 38.000 m² als Acker-, Weide- und Hoffläche auf seinen Namen eingetragen. Das ursprüngliche kleine Hofgebäude ist heute noch als Haus Kemnader Straße 43 erhalten, es liegt unmittelbar an der Ecke Kemnader-/Sandfuhrstraße. Zu erkennen ist es an der direkt vorgebauten ehemaligen kleinen Tankstelle, die heute von einem Autohändler genutzt wird. Auf dem Kartenausschnitt sind zu erkennen: Hauptstraße (Kemnader Straße), Hertastraße (Krockhausstraße) und Hagenstraße (Sandfuhrstraße). Rot eingekreist ist das beschriebene Stammhaus der Familie.

Kartenausschnitt 1909 der heutigen Kemnader-/Krockhaus-/Sandfuhrstraße

Kartenausschnitt 1909 der heutigen Kemnader-/Krockhaus-/Sandfuhrstraße

Diederich von Hagen war Bergmann von Beruf, der recht große Kotten wurde „nur“ nebenbei bewirtschaftet. Genauso setzten es sein Sohn Wilhelm (*1831) und sein Enkel Wilhelm (*1856) fort. Erst in der vierten Generation änderte sich mit Heinrich von Hagen (*1910) der ausgeübte Beruf. Durch Erbteilung und Verkäufe verkleinerte sich der Kotten, Heinrich verdiente seinen Lebensunterhalt als Viehhändler, nach dem 2. Weltkrieg zusätzlich als Obsthändler. Im Jahr 1961 begründete er ein neues berufliches Standbein, indem er ein Gebäude für eine Gastwirtschaft, den „Stiepeler Krug“, errichtete. Unmittelbar neben seinem Kotten an der Kemnader Straße betrieb er zusammen mit seiner Frau Else, geb. Stracke (*1910) die Gastwirtschaft samt Hotel -mit 11 Zimmern- bis zu seinem Tod 1973.

Postkarte "Stiepeler Krug" 1960er Jahre

Postkarte “Stiepeler Krug” 1960er Jahre

Else von Hagen betrieb im alten Haus nebenbei ein kleines Lebensmittel­geschäft. Die Gastwirtschaft wurde von deren Tochter Elsa von Hagen (*1935) wiederum bis zu ihrem Tod im Jahr 1987 fortgeführt, seitdem ist das Gebäude im Wesentlichen ungenutzt. Nur im Keller wird ein Schießstand regelmäßig von einer Kompanie des Weitmarer Schützenvereins genutzt. Zwischendurch gab es Versuche, eine neue Gastwirtschaft anzusiedeln, diese blieben aber erfolglos.

Blick auf den alten Hof (links) und die geschlossene Gastwirtschaft, Stand April 2020

Blick auf den alten Hof (links) und die geschlossene Gastwirtschaft, Stand April 2020

Straßennamen wurden in Stiepel im Jahr 1909 eingeführt. Obwohl es zu jener Zeit ein reiner Privatweg war, erhielt die heutige Sandfuhrstraße den Namen „Hagenstraße“. Was auch sonst, schließlich führte der Weg über den Kotten der Familie von Hagen. Der Name änderte sich im Jahr 1929 im Zuge der Eingemeindung nach Bochum in „Sandfuhrstraße“. Einen Stiepeler Bezug zum neuen Namen der Straße lässt sich nicht nachweisen. Erst ein Jahr vor der Eingemeindung wurde der Privatweg von der Gemeinde Stiepel in die öffentliche Unterhaltungspflicht übernommen. Heutzutage findet sich der Name von Hagen in der im Jahr 2011 erstellten Straße Hagen-Hof-Weg wieder, die unmittelbar neben der ehemaligen Krockhaus-Villa als neue Wohnstraße von der Krockhausstraße abzweigt.

Elsa von Hagen vor dem Lebensmittelgeschäft, 1950er Jahre

Elsa von Hagen vor dem Lebensmittelgeschäft, 1950er Jahre

Wie eingangs erwähnt, gab es in Stiepel zwei Gastwirtschaften mit dem Familiennamen von Hagen. Neben dem oben erwähnten Heinrich von Hagen und seinem „Stiepeler Krug“ (ab 1961) gab es 100 Meter weiter südlich etwa ab 1919 die „Schenkwirtschaft Heinrich von Hagen“ (*1877). Dieser ältere Heinrich hat im Jahr 1911 zusammen mit seiner Frau Hulda, geb. Diergardt (*1878) an der seinerzeitigen Hauptstraße 29a, heute Kemnader Straße 65, ein Wohn- und Geschäftshaus mit zwei Ladenlokalen errichtet hat. Zunächst betrieb er dort eine Kolonialwarenhandlung, erst später erwirbt er die Konzession für den Betrieb einer Gastwirtschaft. Dieses Haus erhielt im Mai 1943 beim schwersten Luftangriff auf Stiepel einen Bombentreffer und wurde komplett zerstört. Es wurde nicht wieder aufgebaut, vielmehr wurde im Nachbarhaus, heute Kemnader Straße 59, unmittelbar nach Kriegsende die Wirtschaft neu eröffnet und vom Sohn Walter von Hagen (*1907) und seiner Frau Albertine, geb. Rumberg (*1914) bis zum Ende der 1960er Jahre betrieben. Nach einer kurzen Verpachtung wurde die Wirtschaft Anfang der 1970er Jahre geschlossen, die Räumlichkeiten wurden in eine Wohnung umgewandelt. Die Tochter Marianne, verheiratete Klein, (*1939) hat zwar immer im elterlichen Betrieb mitgearbeitet, die Wirtschaft aber nicht fortgeführt. Im Jahr 1968 hat sie ein Blumengeschäft im Haus eröffnet, welches noch heute unter dem Namen „Blumen Klein“ weitergeführt wird.

"Schenkwirtschaft Heinrich von Hagen" 1930er Jahre

“Schenkwirtschaft Heinrich von Hagen” 1930er Jahre

Abgesehen von diesen Schilderungen zur Familie und zum ehemaligen Kotten ist es auch etwas Besonderes, dass eine Stiepeler Familie das „von“ im Namen trägt.

Kosterstraße / Kosterbrücke

Koster Brücke

Koster Brücke

  Zwei Dinge sind untrennbar mit der Kosterstraße und der gleichnamigen Brücke verbunden: Der Bau der Straßenbahnlinie von Weitmar über Stiepel nach Welper gehört zur Geschichte der Kosterstraße, wohingegen die in Hattingen liegende Henrichshütte ursächlich für den Bau einer Brücke über die Ruhr war. Betrachten wir zunächst die Kosterstraße. Ihr erster, im Jahr 1909 vergebener Straßenname war Finkenstraße, benannt nach dem Finkensiepen, durch den sie führt. Allerdings hatte die Straße, besser gesagt: der Feldweg, zu dieser Zeit noch nicht den Verlauf, den wir heute kennen. Die Siedlung, deren nördlich der Straße liegenden Häuser für den aktuellen Straßenausbau weichen mussten, war noch nicht errichtet, es gab nur vereinzelt liegende Häuser. Diese Häuser waren durch einen jeweils in Privatbesitz befindlichen, seinerzeit sogenannten Interessentenweg miteinander verbunden.

Die Kosterstraße mit den 1922 errichteten Wohnhäusern und der einspurig geführten Straßenbahn.

Die Kosterstraße mit den 1922 errichteten Wohnhäusern und der einspurig geführten Straßenbahn.

Erste Überlegungen für die Verlängerung der Straßenbahnlinie von Bochum bzw. Weitmar über Stiepel nach Welper lassen sich im Jahr 1911 nachweisen. Zu jener Zeit war die Stiepeler Gemeindevertretung noch der Überzeugung, dass die damalige Brückstraße, heute Am Varenholt „… für den allgemeinen Verkehr allen Anforderungen genügt.“ Auch wenn man sich das heute nicht mehr vorstellen kann, der Varenholt war eine Art Hauptverbindungsstraße und hieß zu jener Zeit nicht umsonst Brückstraße, denn es war die Straße, die zur (Koster-)Brücke führte. Im September 1913 entschloss sich die Stiepeler Gemeindevertretung dann aber im Zusammenhang mit der geplanten Straßenbahn „… einstimmig für einen Ausbau der Finkenstraße. … Von der Führung … über die Brückstraße wird … Abstand genommen, weil die Finkenstraße wesentlich günstigere Steigungsverhältnisse aufweist.“ Nachdem die Planungen rund drei Jahre reiften, fasste die Gemeindevertretung im Juli 1914 den Beschluss zum Neubau von Straße und Straßenbahn. Die Finken-/Kosterstraße war eine sprichwörtlich auf der grünen Wiese neu geplante Straße. Mit den Erdarbeiten wurde Anfang 1914 begonnen, doch der Ausbruch des 1. Weltkriegs brachte das Projekt zum Erliegen. Bereits wenige Tage nach der Generalmobilmachung wurde durch die Stiepeler Gemeindevertretung beschlossen, „… die Wegebauarbeiten in der Gemeinde vorläufig einzuschränken.“ Im März 1915 wurde speziell zur heutigen Kosterstraße festgehalten: „Der durch den Krieg unterbrochene Ausbau der Finkenstraße wird besprochen. Die Gemeindevertretung ist der Ansicht, daß es zweckmäßig sei, mit der Wiederaufnahme der Arbeiten bis zum Kriegsende zu warten.“ Der Ausbau der Straße wurde erst 1922 fortgesetzt.

Rodungsarbeiten im Finkensiepen für die neue Straße, Mai 1922

Rodungsarbeiten im Finkensiepen für die neue Straße, Mai 1922

Die von Bochum über die Markstraße kommende Straßenbahnlinie endete bis 1926 an der Zeche Karl Friedrich, d.h. an der heutigen Kreuzung Kemnader-/Mark-/Heinrich-König-Straße. Die Verlängerung der Linie 5 / 15 über die Kemnader- und Kosterstraße auf der Strecke Zeche Karl-Friedrich – Stiepel Gemeindehaus – Henrichshütte – Hattingen mit einem Abzweig Stiepel Gemeindehaus – Haus Frische wurde im Dezember 1926 eröffnet und sollte für die Stiepeler fast vier Jahrzehnte die Verbindung nach Bochum und Hattingen sein. Einen ersten Rückschlag erfuhr die Linie 1960, als die Kosterbrücke für die schweren Triebwagen der Straßenbahn gesperrt und der Verkehr nach Hattingen durch einen kleinen Bus fortgeführt wurde. Im November 1963 wurde die Linie 5 / 15 komplett eingestellt. Um nach dem 1. Weltkrieg der aufkommenden Wohnungsnot zu begegnen, errichtete die Gemeinde Stiepel auf einem gemeindeeigenen Grundstück an der Finken-/Kosterstraße in den Jahren 1922 bis 1924 die bereits erwähnte Siedlung. Weitere markante Gebäude sind die ehemalige Ziegendeckstation (heute das Vereinsheim des Bürgerschützenvereins) und die ehemalige Wirtschaft „Stiepeler Hof“ von Gustav Hofstiepel, die 1980 dem Neubau der Kosterbrücke weichen musste. Im Zuge der Eingemeindung von Stiepel nach Bochum im Jahr 1929 wurde die Finkenstraße in Kosterstraße umbenannt. Namensgeber war das Haus „An der Kost“ am Ende der Straße bzw. der Brücke am Welperaner Ruhrufer und die nach diesem Familiennamen benannte Fähre und Kohlenniederlage an der Ruhr.

Die ehemalige Wirtschaft "Stiepeler Hof" am Übergang der Kosterstraße auf die Brücke, 1970er Jahre.

Die ehemalige Wirtschaft “Stiepeler Hof” am Übergang der Kosterstraße auf die Brücke, 1970er Jahre.

Als die Straßenbahn ab Dezember 1926 über die neu erstellte Kosterstraße fuhr, hatte die für diesen Zweck ertüchtigte Kosterbrücke bereits eine Jahrzehnte währende Geschichte hinter sich, die mit dem Bau der Henrichshütte auf der Hattinger Ruhrseite 1854 begann. Die Henrichshütte wurde nicht zufällig im Hattinger Raum gegründet. Für die Eisen- und Stahlproduktion war, zumindest in jener Epoche noch, die räumliche Nähe zu den Rohstoffen Kohle und Eisenerz entscheidend. Für die Stiepeler Kohlen- und Eisensteinzechen, die sich zu jener Zeit im Bereich des sog. Rauterdeller Siepens rund um die Straßen Am Bliestollen, Hülsbergstraße und Am Varenholt konzentrierten, war die Henrichshütte der Hauptabnehmer ihrer Abbauprodukte. Für den Transport von dort bis zur Henrichshütte wurde zunächst eine Pferdebahn erstellt. Die Überquerung der Ruhr erfolgte wahrscheinlich bereits ab 1854 über eine provisorische Holzbrücke, zumindest aber eine sogenannte Ponte, die ein reines Betriebsmittel der Henrichshütte und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich war. Für die massentaugliche Anlieferung von Kohlen und Eisenstein aus Stiepel wurde aber eine größere Lösung benötigt. Mit Konzessionsvertrag vom 3. Dezember 1860 wurde der Henrichshütte der Bau einer „richtigen“ Brücke gestattet. Diese (zweite) Brücke wurde überwiegend aus Holz erstellt und war ausschließlich für den Kohlen- und Eisensteintransport zur Henrichshütte gedacht. Im Jahr 1872 wurde die Aktiengesellschaft „Union für Bergbau, Eisen- und Stahlindustrie“ in Dortmund (Dortmunder Union) Eigentümerin der Henrichshütte. Gleichzeitig erwarb diese die mittlerweile zu „Brockhauser Tiefbau“ konsolidierten Stiepeler Zechen. Die nach 1860 fertiggestellte Holzbrücke erlebte dadurch und durch das enorme Wachstum der Henrichshütte in den 1870er Jahren einen regelrechten Boom. Über die Brücke führte eine zweigleisige Schmalspurbahn, die letzte Kohle überquerte die Ruhr im Jahr 1895. Aber nach wie vor war die Brücke im Eigentum der Henrichshütte und durfte -außer bei Hochwasser, wenn die parallel existierende Koster Fähre wegen Hochwasser nicht fuhr- nicht von der Bevölkerung genutzt werden. 1899 wurde die Brücke dann polizeilich geschlossen, weil sie zu verfallen drohte.

Die zweite Brücke auf einer Postkarte, ca. 1910.

Die zweite Brücke auf einer Postkarte, ca. 1910.

Aus Sicht der Gemeinde Stiepel entwickelte sich der Wunsch, diese brachliegende Brücke zu nutzen und die Koster Fähre damit abzulösen. Ab 1905 sind Verhandlungen der kommunalen Stellen mit der neuen Eigentümerin der Henrichshütte, der Maschinenfabrik Henschel & Sohn, dokumentiert. Letztendlich übernimmt die Gemeinde Stiepel in den Jahren 1908 / 1909 die Brücke zum Materialwert und erhält die Konzession zum Bau einer neuen Brücke, verbunden mit dem Recht, Tarife für die Benutzung festzulegen und Brückengeld zu erheben. Das Fährrecht der zumindest seit 1781 bestehenden Koster Fähre wurde den Erben der Familie Schulte-Umberg für 20.000 Mark abgekauft. Die mittlerweile über 40 Jahre im Dienst stehende Holzbrücke wurde 1909 abgerissen, der Bau der (dritten) Kosterbrücke als Eisenbeton-Konstruktion wurde im Wesentlichen von der Gemeinde Stiepel mit drei Anleihen über insgesamt 129.200 Mark finanziert. Am 1. Februar 1910 wurde die Brücke ihrer Bestimmung übergeben.

Die dritte Brücke endete bis 1979 unmittelbar am Haus "An der Kost".

Die dritte Brücke endete bis 1979 unmittelbar am Haus “An der Kost”.

Um die Baukosten zu decken, wurde von der Gemeinde Stiepel ein Brückengeld erhoben. Es betrug zum Beispiel für Personen 3 Pfennig, für Arbeiter zur oder von der Schicht 2 Pfg., für Großvieh 5 Pfg., für Fuhrwerke zum Fortschaffen von Lasten 25 Pfg. beladen / 20 Pfg. unbeladen pro Zugtier oder für Kraftwagen mit Gummiradreifen 20 Pfg. beladen / 10 Pfg. leer. Das Brückengeld wurde auf Stiepeler Seite von Gastwirt Gustav Hoffstiepel, auf Welperaner Seite von Gastwirt Schulte-Umberg erhoben. Bevor 1926 der Betrieb der Straßenbahn aufgenommen werden konnte, wurde die Brücke gründlich geprüft. Bedingt durch das hohe Eigengewicht der Straßenbahnwagen mussten vermutlich die Bögen und Strompfeiler verstärkt werden, Details dieser Baumaßnahmen sind aber nicht bekannt. Letztendlich war die Brückenkonstruktion dem Straßenbahnverkehr auf Dauer nicht gewachsen, im Jahr 1960 wurde aufgrund der nicht mehr ausreichenden Tragkraft der Straßenbahnverkehr eingestellt, die Linie 5/15 wurde übergangsweise durch Busse ersetzt, im Jahr 1963 wurde die gesamte Strecke stillgelegt. In den 1960er Jahren begannen daher Planungen für den Bau einer neuen (vierten) Brücke. Deren Entstehungsgeschichte zog sich, genau wie später Planung und Ausbau der Kosterstraße, über Jahrzehnte hin. Die vierspurige Stahlbetonbrücke wurde im Oktober 1980 dem Verkehr übergeben. Das Foto macht den Größenunterschied der 1979 abgerissenen zur jetzigen Brücke deutlich.

Die dritte Brücke wird abgerissen, während die vierte Kosterbrücke teilweise fertiggestellt ist, 1979.

Die dritte Brücke wird abgerissen, während die vierte Kosterbrücke teilweise fertiggestellt ist, 1979.

Das Eigentum an Kosterstraße und -brücke ging übrigens im Jahr 1927 von der Gemeinde Stiepel auf den Kreis Hattingen über.

Im Sonderfeld

Eine der wenigen Straßen in Stiepel, die bereits vor Einführung von offiziellen Straßennamen (im Jahr 1909) eine Bezeichnung getragen hat, die sie im Zuge der Eingemeindung nach Bochum (im Jahr 1929) wieder erhalten hat: Im Sonderfeld. Zwischendurch, von 1909 bis 1929, hieß sie Gartenstraße. Rund um das Stiepeler Dorf gibt es fünf Fluren bzw. Flurbezeichnungen, die auf “-feld” enden, eingezeichnet findet man sie das erste Mal im sog. Urkataster aus dem Jahr 1823. Drei von Ihnen sind bis heute in Straßennamen verewigt: das Galgen-, Unter- und Sonderfeld. Die Lage dieser Fluren war genau dort, wo sich heute die gleichnamigen Straßen befinden. Die übrigen zwei Fluren sind dagegen in Vergessenheit geraten: das Achter- und Osterfeld. Die Flur “Achterfeld” kann man in etwa östlich der heutigen Kemnader Straße an den Hängen in Richtung zur Ruhr lokalisieren, das ausgedehnte “Osterfeld” findet sich ebenfalls östlich der Kemnader Straße rund um die Oveneystraße. Diese wurde übrigens -wegen der Himmelsrichtung- schon lange vor Einführung von Straßennamen entsprechend Osterstraße genannt. Zur Herkunft der Flurbezeichnung “Sonderfeld” vermutet Robert Jahn in seinem Aufsatz “Die Flurnamen des Amtes Blankenstein” aus dem Jahr 1927, dass es sich um ein aus der allgemeinen Nutzung “ausgesondertes” Stück Land handelt. Seinerzeit war die Parzellierung der landwirtschaftlichen Flächen recht kleinteilig. Einige Parzellen unmittelbar entlang der Straße sind im Urkataster mit der Bezeichnung “Sunderfeldsgarten” eingetragen, der erste im Jahr 1909 vergebene Straßenname “Gartenstraße” dürfte daran angelehnt sein. Als historisch bedeutendes Gebäude liegt am unteren Ende der Straße das ehemalige Pfarrhaus bzw. Pastorat. Siehe dazu auch der eigene Artikel unter “Bauwerke” auf dieser Seite. Das Gebäude liegt zwar etwas verborgen, ist aber bei einem Spaziergang durch den sog. Pastorssiepen südlich des alten Friedhofs gut zu sehen.

Auf der Gemarkungskarte von 1884 bereits als "Sonderfeldstraße" bezeichnet (blau markiert: das Pastorat)

Auf der Gemarkungskarte von 1884 bereits als “Sonderfeldstraße” bezeichnet (blau markiert: das Pastorat)

 

Ein seit Jahren eingezäunter Tagesbruch vor der Kulisse des Sonderfelds und Burg Blankenstein

Ein seit Jahren eingezäunter Tagesbruch vor der Kulisse des Sonderfelds und Burg Blankenstein

  Von der Bergbauvergangenheit Stiepels zeugt im Sonderfeld der seit gut 10 Jahren eingezäunte Tagesbruch nahe der Kemnader Straße. Dieser rührt von Untertagearbeiten der Kleinzeche St. Barbara, die in den Jahren 1951 – 1965 aktiv war, wie überhaupt ein Großteil der Bergbauaktivitäten in Stiepel mit 58 Betrieben in die Nachkriegszeit fällt. Es ist zu vermuten, dass an dem Tagesbruch niemals etwas saniert werden wird. Für das Grubenfeld Schiffsruder, in dem der Abbaubetrieb lag, wurde seinerzeit ein sog. Bergschädenverzicht vereinbart. Das heißt, der seinerzeitige Eigentümer erhielt unter anderem zur Abgeltung dieses Verzichts einen sog. Förderzins je geförderter Tonne Kohle (Informationen entnommen aus “Bochumer Zechen – Eine Datensammlung 1620 – 1974”). Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Kleinzeche dient heute mit der Bezeichnung Barbaraheim dem Sauerländischen Gebirgsverein als Vereinsheim.

Voßkuhlstraße

Die Voßkuhlstraße in früheren Zeiten als „Straße“ zu bezeichnen – das ist hoch gegriffen. Sie war eher ein typischer Stiepeler Feldweg, der im Zuge der Bebauung in den letzten Jahrzehnten erst zur Straße ausgebaut wurde. Auf der Preußischen Gemeindekarte aus dem Jahr 1824 ist das Gebiet noch komplett bewaldet. Das Stiepeler Urkataster aus demselben Jahr weist einen Bereich, der nahezu identisch ist mit der heutigen Parzellierung und Bebauung, als „Busch“ im Besitz von „v Syberg“ aus. Die Fläche wird mit 32 Morgen 136 Ruten angegeben, was einer Größe von 83.624 m² entspricht. Die Familie von Syberg war von 1647 bis 1847 der adelige Lehnsherr des Hauses Kemnade und hat nach der sogenannten Markenteilung 1786 einen Teil der Stiepeler Mark als Eigentum erhalten. Schon im Urkataster findet sich als Flurbezeichnung für diesen Teil des Waldes der Begriff „auf der Voßkuhl“, was auch den gesamten Siepen einbezog. Die Bedeutung „Fuchsloch“ scheint naheliegend. Mit dem alten Stiepeler Familiennamen Voßkuhl hat die Bezeichnung aber nichts zu tun, da dieser Name nur mit einem Hof in Stiepel-Dorf in Verbindung gebracht werden kann. Auf der Stiepeler Flurkarte aus dem Jahr 1878 sind auf dem Gebiet des ehemaligen Syberg’schen Busches 23 Parzellen mit 18 Gebäuden eingezeichnet. Der Weg, der über die quer zur Straße verlaufenden Grundstücke ging, war bis 1928 ein sogenannter Interessentenweg (= Privatweg). Übrigens entsprach der Verlauf der Surkenstraße in diesem Bereich der heutigen Straße „In den Hegen“. Einem Rechtsstreit aus dem Jahr 1906 ist zu entnehmen, dass die Straßenbezeichnung „Voßkuhle“ schon vor der Einführung der offiziellen Straßennamen im Jahr 1909 gebräuchlich war. Die alte Flurbezeichnung wurde im Volksmund übernommen. Im besagten Rechtsstreit, in dem von der „Straße vom Surkenweg nach der Voßkuhle“ gesprochen wird, streiten sich die Anwohner mit der Gemeinde Stiepel über den Zustand der eher als Feldweg zu beschreibenden Straße und deren Instandsetzung. In einem Zeitungsbericht aus dem „Volksblatt“ vom 10. Januar 1906 ist zu lesen: „Wie schlecht es mit den Wegeverhältnissen hier ist, zeigt folgender Vorfall: Am 5. ds. Mts. versuchte ein Bierfuhrwerk über die Voßkuhle zu fahren. Der Weg war aber infolge des Regens so durchweicht, daß der Wagen tief im Morast stecken blieb, sodaß er ohne fremde Hilfe sich nicht frei machen konnte…“.

Handskizze der Straße aus einem Rechtsstreit 1906: in deutscher Schrift ist „Voßkuhle“ zu lesen.

Handskizze der Straße aus einem Rechtsstreit 1906: in deutscher Schrift ist „Voßkuhle“ zu lesen.

Viele der heute öffentlichen Wohn- und Durchgangsstraßen Stiepels waren lange Zeit Privatwege. Erst am 1. Juni 1928 hat der Wegeausschuss der Gemeinde Stiepel die „… Übernahme von 19 Privatwegen in die Gemeindeunterhaltungspflicht“ beschlossen, darunter auch die Voßkuhlstraße. Nach der Eingemeindung nach Bochum im Jahr 1929 ist dieser Straßenname -als einer der wenigen- bestehen geblieben.

„Restauration zur frischen Quelle“ ca. 1915, heute Voßkuhlstraße Nr. 3, Foto: Archiv W. Dickten

„Restauration zur frischen Quelle“ ca. 1915, heute Voßkuhlstraße Nr. 3, Foto: Archiv W. Dickten

Zwei Gebäude an der Straße sind besonders zu erwähnen: die ehemalige Schule, die im Jahr 1909 errichtet wurde, sowie die Wirtschaft, die schon vor 1890 von Familie Hellmich betrieben wurde, etwa ab 1905 dann von Schreinermeister Freese.

Surkenstraße

Die Surkenstraße ist in ihrer Funktion als Verbindungsweg zur Gemeinde Querenburg schon auf Karten vor 1800 eingezeichnet. Eine Bebauung längs der Straße gab es zu dieser Zeit nicht. Noch auf der Stiepeler Gemeindekarte aus dem Jahr 1879 sind an der Straße lediglich vier Häuser dargestellt. Von der Kemnader Straße kommend war der Verlauf zwischen der „Talsohle“ und der Einmündung Voßkuhlstraße zunächst ein anderer, und zwar mit einem Knick nach Osten über die heutige Straße „In den Hegen“. Der Ausbau des heutigen Verlaufs in diesem Teilstück erfolgte vermutlich im Jahr 1902. Schon im Stiepeler Urkataster aus dem Jahr 1823 findet sich die Flurbezeichnung „Im Surken“. Das Wort stammt aus dem Mittelniederdeutschen und bedeutet Sauerampfer. Als „Sauergrasstelle“ beschreibt R. Jahn im Jahr 1926 in seinem Aufsatz „Die Flurnamen des Amtes Blankenstein“ den Bereich und ergänzt: „… beginnt jenseits der Surkenstraße ein Sumpfgebiet: Im Sumpf, Im Surken …“.

Die Surkenstraße auf einer Postkarte aus den 1920er Jahren, Blick nach Süden in Richtung der heutigen Kemnader Straße. Verdeckt durch die vorderen Häuser liegt der im Text beschriebene Steinbruch.

Die Surkenstraße auf einer Postkarte aus den 1920er Jahren, Blick nach Süden in Richtung der heutigen Kemnader Straße. Verdeckt durch die vorderen Häuser liegt der im Text beschriebene Steinbruch.

Bereits vor Einführung der Straßennamen im Jahr 1909 wurde die Straße im Volksmund „Surkenweg“ genannt, von Seiten der Gemeinde auch schon mal „Weg von Rumberg nach Grenze Querenburg“. Mit Rumberg ist dabei die ehemalige Wirtschaft an der Ecke Kemnader-/Surkenstraße gemeint, in der bis vor einigen Jahren eine EDEKA-Filiale untergebracht war und die früher in einem Anbau das Haushaltswarengeschäft Kestermann beherbergte. Nach der Eingemeindung nach Bochum im Jahr 1929 hat die Surkenstraße als eine der wenigen Stiepeler Straßen ihren Namen behalten. Zusätzlich ist die ehemalige Georgstraße, die Stichstraße in der Kurve zum Haarmannsbusch, von der Namensgebung her der Surkenstraße zugeschlagen worden.

Die frühere Georgstraße verlor 1929 den eigenen Namen und wurde in die Surkenstraße integriert.

Die frühere Georgstraße verlor 1929 den eigenen Namen und wurde in die Surkenstraße integriert.

 

Am Beginn der Surkenstraße: die Wirtschaft von Emil Rumberg, Ende der 1920er Jahre (Restaurant zur Post)

Am Beginn der Surkenstraße: die Wirtschaft von Emil Rumberg, Ende der 1920er Jahre (Restaurant zur Post)

Eines der bekanntesten Häuser an der Straße dürfte das ehemalige Fahrradgeschäft Kosthaus sein. August Heinrich Kosthaus (*1872) hat das Haus im Jahr 1898 erworben und ist sogleich mit dem Handel von Haushaltswaren gestartet. Dessen Sohn Heinrich (*1903) hat das Sortiment um Motorfahrzeuge und Fahrräder erweitert. Das Geschäft existierte bis Anfang der 1990er Jahre. Über dem Haus lag ein Steinbruch, der zum Hof Monstadt (Haarstraße) gehörte und in den 1950er Jahren als Bauland verkauft wurde.

Motorfahrzeuge, Fahrräder und Haushaltswaren bei Kosthaus in den 1940er Jahren

Motorfahrzeuge, Fahrräder und Haushaltswaren bei Kosthaus in den 1940er Jahren

Erwähnt werden sollte auch die Wirtschaft “Im Surken”, vielen noch bekannt als “Haarmann-Höltermann”. Im Einwohnerverzeichnis aus dem Jahr 1891 ist unter der Adresse Haar 1 1/8 “Höltermann Georg Witwe, Händlerin und Wirthin“ verzeichnet, ab 1904 dann „Ludwig Haarmann, Wirt & Bäcker“. Die Wirtschaft wurde bis 1995 betrieben, zuletzt durch die Inhaberin Roßbach, und war Vereinslokal des Knappenvereins “Glück Auf”. Die Bäckerei auf der Rückseite des Hauses war für ihr Schwarzbrot berühmt.

Rautenbergstraße

Nach dem 1. Weltkrieg begann die Gemeinde Stiepel, der aufkommenden Wohnungsnot durch den Bau von Wohnungen auf gemeindeeigenen Grundstücken zu begegnen. In den Jahren 1922 – 1924 entstanden erste Siedlungen an der Finkenstraße (heute Kosterstraße), Vorm Brock (heute Am Vormbrock) und Auf der Egge. Da mit diesen Maßnahmen der Wohnungsbedarf in Stiepel nicht gedeckt war, wuchs innerhalb der Bevölkerung der Gedanke, eine Baugenossenschaft ins Leben zu rufen. Unter Beteiligung der Gemeinde Stiepel wurde am 3. Mai 1925 die Baugenossenschaft „Heimat“ gegründet. Einer der 25 Gründungsmitglieder war August Rautenberg (*Hörde 28.04.1886, +Stiepel 16.04.1957), ein aktiver Sozialdemokrat und Gewerkschafter. In der Gründungsversammlung wurde ein fünfköpfiger Vorstand gewählt, zu seinem Vorsitzenden wurde August Rautenberg benannt. Die Gemeinde Stiepel brachte anschließend ihre drei zuvor errichteten Siedlungen in die Baugenossenschaft ein.

Im Vordergrund die zuvor gemeindeeigene Siedlung Kosterstraße, im Hintergrund die Häuser an der Rautenbergstraße (Blick um 1930 von der katholischen Kirche / Kloster in Richtung Süden) Foto: Archiv W. Dickten

Im Vordergrund die zuvor gemeindeeigene Siedlung Kosterstraße, im Hintergrund die Häuser an der Rautenbergstraße (Blick um 1930 von der katholischen Kirche / Kloster in Richtung Süden) Foto: Archiv W. Dickten

In der Mitgliederversammlung vom 24. Juni 1933 traten die bisherigen Vorstandsmitglieder sowie der gesamte Aufsichtsrat zurück, um -aufgrund politischen Drucks während des Nationalsozialismus- Neuwahlen durchzuführen. Neuer Vorsitzender der Baugenossenschaft wurde ein Beamter der Stadt Bochum (Stiepel wurde im Jahr 1929 nach Bochum eingemeindet), der zugleich NSDAP-Mitglied war. Nach dem Krieg fand die erste Mitgliederversammlung am 12. August 1945 statt. Sie wählte einen neuen Aufsichtsrat, dieser wiederum bestellte in seiner Sitzung am 2. September 1945 einen fünfköpfigen Vorstand mit dem erneuten Vorsitzenden August Rautenberg. Die Baugenossenschaft Heimat erwarb im Jahr 1927 von der Gemeinde Stiepel den ehemaligen Haarmann‘schen Kotten an der Hochstraße 20 / 22 (heute Henkenbergstraße), letzter bekannter Besitzer war der Kötter Georg Haarmann. Zu dem Kotten gehörten 10 Morgen Land, also rund 25.000 m². Auf diesem Land wurde durch die Baugenossenschaft im Jahr 1928 eine Siedlung mit zunächst 21 Häusern errichtet. Sie bildete den oberen Teil der Flaßkuhlstraße. Angemerkt sei, dass für damalige Stiepeler Verhältnisse diese Art der Bebauung, nämlich eine so große Siedlung auf bis dahin landwirtschaftlich genutzter Fläche, eine kleine Sensation war. Die zwei Gebäude des Haarmann‘schen Kottens blieben zunächst stehen, sie wurden in den Jahren 1962/64 für die Errichtung der heutigen Häuser Rautenbergstraße 24 und 26 abgerissen.

Der ehemalige Haarmann‘sche Kotten, heute befinden sich dort die Häuser Rautenbergstraße 24 und 26 Foto: Archiv W. Dickten

Der ehemalige Haarmann‘sche Kotten, heute befinden sich dort die Häuser Rautenbergstraße 24 und 26 Foto: Archiv W. Dickten

  Am 16. April 1957 starb August Rautenberg. In Würdigung seiner Verdienste für die Baugenossenschaft wurde auf deren Antrag im Januar 1959 der obere Abzweig der Flaßkuhlstraße in „Rautenbergstraße“ umbenannt. August Rautenberg hat ab Errichtung der (zunächst gemeindeeigenen) Genossenschaftshäuser am Vormbrock im Jahr 1922 bis zu seinem Tod im Jahr 1957 dort in Hausnr. 4 gewohnt. Neben seinem Engagement für die Baugenossenschaft war er in Stiepel in den 1920er Jahren als Mitbegründer des Arbeiterwohlfahrt-Ortsverbands bekannt. Sein eigentliches politisches und berufliches Schaffen fand allerdings außerhalb Stiepels statt. 1956 wurde er zum Ehrenbürger der Gemeinde Welper ernannt, dort gibt es ebenfalls eine nach ihm benannte August-Rautenberg-Straße. (Mit freundlicher Unterstützung der Baugenossenschaft „Heimat“ Bochum-Stiepel e.G.) In der Rubrik „Persönlichkeiten“ finden Sie wesentlich mehr Informationen zu August Rautenberg.

Nettelbeckstraße / Am Brunen

Einer der „älteren“ Wege um das eigentliche Dorf Stiepel herum sind die heutigen Straßen Am Brunen und Nettelbeckstraße. Der ursprüngliche Verlauf ging, beginnend am (nicht mehr existierenden) Bauernhof Schulte Hoffstiepel unmittelbar neben der Dorfkirche, über den ersten Teil der heutigen Nettelbeckstraße und dann die Straße Am Brunen hoch. Der obere Teil der Nettelbeckstraße von diesem Abzweig bis zur Kemnader Straße ist im Jahr 1930 das erste Mal befestigt und kanalisiert worden, vorher war dieser Teil ein reiner Feldweg. Daher ist dieser Straßenabschnitt auf Karten vor 1930 nicht verzeichnet. In den 1950er Jahren, nach Aufgabe einiger landwirtschaftlich genutzter Flächen, ist die Straße verbreitert und weiter ausgebaut worden.

Der obere Teil der heutigen Nettelbeckstraße mit Blick auf den alten "Hof Nettelbeck". Links oben ist das als "Gaststätte Heil" bekannte Haus zu erkennen (vor 1930) Foto: F. Pieper

Der obere Teil der heutigen Nettelbeckstraße mit Blick auf den alten “Hof Nettelbeck”. Links oben ist das als “Gaststätte Heil” bekannte Haus zu erkennen (vor 1930) Foto: F. Pieper

  Seit frühester Zeit ist auch die Stichstraße gegenüber dem Haferweg in Richtung „In der Hei“ vorhanden. Hier liegt der Hof einer der ältesten Stiepeler Familien, Wefelscheid mit erster bekannter urkundlicher Nennung des Namens im Jahre 1150 (heute Nettelbeckstraße 52). Heute verbindet diese Stichstraße die Nettelbeckstraße zwar mit der später ausgebauten Straße In der Hei, ist aber teilweise Privatweg und nicht mehr für den Verkehr befahrbar. Sie reichte bis zu dem damaligen Haus Gustavstraße 22 (seinerzeitiger Anwohner Gustav Kogelheide), das heute zur Straße In der Hei gehört. Außerdem ist vielen älteren Stiepelern das an diesem Weg stehende und unter Denkmalschutz gestellte Fachwerkhaus (heute Nettelbeckstraße 54a) noch unter dem Namen der seinerzeitigen Besitzer, Familie Freese, bekannt. Auch der Bauernhof Haarmann In der Hei war über diesen Weg an das Dorf Stiepel angebunden. Die Gustavstraße galt, neben der eigentlichen „Kirchstraße“ (heutige Gräfin-Imma-Straße), in Verlängerung der Galgenfeldstraße als Kirchweg für den Ortsteil Schrick. War die „Kirchstraße“ im Winter zum Beispiel für Trauerzüge nicht zu begehen, wurde auch von den übrigen Ortsteilen aus der Umweg über diesen Kirchweg genommen. Durch die Gemeinde Stiepel wurde der Weg im Jahr 1913 als „öffentlicher Kommunalweg“ eingestuft. Die erste Bezeichnung „Gustavstraße“, die im Jahr 1909 vergeben wurde, lässt sich schlicht und ergreifend über den hohen Anteil des Vornamens Gustav unter den Bewohnern der Straße erklären. Anfang des letzten Jahrhunderts gab es genau 16 Häuser an der Straße. In sechs davon hieß das Familienoberhaupt Gustav, und zwar aus den Familien Hoose, Kost, Stoffer, Kogelheide, Wegmann und Murmann.

Nettelbeckstraße

Nettelbeckstraße

 

Am Brunden

Am Brunden

Bei der Umbenennung im Jahr 1929 im Zusammenhang mit der Eingemeindung nach Bochum wurde die Gustavstraße vom Namen her zweigeteilt in die Nettelbeckstraße und Am Brunen. Der Name Nettelbeck erinnert an die ehemaligen Eigentümer des Hofes (heute Nettelbeckstraße 14), die urkundlich das erste Mal im Jahre 1556 erwähnt werden. Dieser Hof- und Familienname lässt sich wiederum zurückführen auf die Nettelbecke, ein nicht mehr vorhandener Bach, der unmittelbar neben dem Hof seine Quelle hatte. Die Nettelbecke floss von dort westlich der Düsterstraße durch die Geländesenke an der Straße Vorm Felde und weiter in das Tal unterhalb des evangelischen Friedhofs. Die eingangs erwähnte Kanalisierung im oberen Teil der Nettelbeckstraße im Jahre 1930 erfolgte insbesondere, um die Nettelbecke unter der Straße abzuleiten, da diese wie ein Damm wirkte. Die Herkunft des Namens Am Brunen ist nicht sicher geklärt. Die Stadt Bochum gibt in ihrer Dokumentation „Bochumer Straßennamen – Herkunft und Deutung“ Folgendes an: „Nach dem alten Hof Brune, der bis Anfang des 20. Jahrhunderts bewirtschaftet wurde. Er lag südlich des katholischen Kindergartens an der Straße Am Brunen“. Hört sich gut an, aber: Es gab in Stiepel zu der Zeit zwar den Familiennamen Brune, er ist aber nicht als Hofname bekannt, insbesondere nicht an dieser Stelle. Die Deutung, dass der Name auf die zwischen Hof Nettelbeck und der Straße gelegenen Quelle der Nettelbecke zurückzuführen ist, lässt sich ebenfalls nicht belegen. Im Zusammenhang mit der Straße Am Brunen muss auch der Jüdische Begräbnisplatz erwähnt werden, der gegenüber dem katholischen Kindergarten lag (Text ist der Schrift „Jüdische Friedhöfe im heutigen Bochumer Stadtgebiet“ entnommen): „Insgesamt gab es in Bochum vier jüdische Friedhöfe und einen in Wattenscheid, von denen nur der Wattenscheider Friedhof und der jüdische Friedhof an der Wasserstraße heute noch existieren. Nach mündlicher Überlieferung sollen die letzten Bestattungen auf dem Stiepeler Begräbnisplatz um 1880 herum erfolgt sein.“

Ministerstraße

Eine der wenigen Straßen, die bereits vor Einführung der offiziellen Straßennamen im Jahr 1909 so hieß und diesen Namen auch über die Eingemeindung von Stiepel nach Bochum im Jahr 1929 hinaus behalten hat, ist die „Ministerstraße“. Zurückzuführen ist der Name auf Friedrich Wilhelm Finke (1867 – 1938), der „Minister“ genannt wurde. Das ihm gehörende Grundstück war ursprünglich Teil des sogenannten Pastorats­busches, den das evangelische Pastorat im Rahmen der Markenteilung im Jahr 1786 erhielt. Zunächst verpachtet, später dann verkauft, wurde dieser Teil des Kirchenwaldes am 1. August 1827 in einer Größe von „drey Morgen 84 Ruthen“ (= 8.850 m²) an Wilhelm Finke und seine Ehefrau Maria Catharina Leese. In der Urkunde wird das Grundstück beschrieben als „… einen dem hiesigen Pastorath zugehörigen Buschdistrict in Mittelstiepel“. Es war „zu einer Kötterey urbar zu machen“. Ein Enkel des genannten Ehepaares war besagter Friedrich Wilhelm Finke. Der Bezeichnung „Minister“ war die kürzere Version des eigentlichen Spitznamens „Hühnerminister“. Diesen erhielt er, da er bekannt war für die Zucht von Minorka-Hühnern.

Das erste und lange Zeit einzige Haus an der Straße (erbaut 1827) ist 1943 zerstört worden

Das erste und lange Zeit einzige Haus an der Straße (erbaut 1827) ist 1943 zerstört worden

Das Haus von „Minister Finke“ war somit das erste und für lange Zeit einzige Haus an der Straße. Daher ist die Straße im Volksmund bereits vor Einführung der offiziellen Straßennamen im Jahr 1909 entsprechend „Ministerstraße“ genannt worden. Das Haus ist im 2. Weltkrieg zerstört und danach wieder aufgebaut worden (heute Ministerstraße 5). Durch seine politischen Aktivitäten brachte er es in den Jahren 1919 – 1924 zum Stiepeler Gemeindevorsteher. Unter „Persönlichkeiten“ finden Sie weitere Details zu Friedrich Wilhelm Finke.

Krockhausstraße

Die Krockhausstraße, eine Straße mit fast vergessener historischer Bedeutung: Sie ist eng mit dem Bergbau verbunden und war der Beginn des „Gahlen’schen Kohlenwegs“, der von der Ruhr bei Stiepel über Weitmar, Hamme, Eickel, Dorsten bis nach Gahlen an der Lippe führte (www.gahlenscher-kohlenweg.de). An der Straße, die von der Fähre und Kohlenniederlage An der Kost über den Rauterdeller Siepen hoch bis zur heutigen Kemnader Straße verlief, lagen unter anderem die Zechen und Schächte Preußischer Zepter, Brockhauser Tiefbau, Ignatius, Krockhausbank und Haarmannsbank. Ab 1766 wurde die Straße als befestigter Fuhrweg für Kohlentransporte ausgebaut. Sie war die einzige Verbindung aus dem Gemeindeteil Haar in Richtung Welper/ Hattingen, die heutigen Verbindungswege Hülsbergstraße, Am Varenholt und Kosterstraße gab es noch lange nicht.

Auf der Preußischen Gemeindekarte von 1824 wird die Straße als „Weg von Blankenstein“ bezeichnet. Herausgeber: Stadt Bochum

Auf der Preußischen Gemeindekarte von 1824 wird die Straße als „Weg von Blankenstein“ bezeichnet. Herausgeber: Stadt Bochum

Erst später hat ihr die Brückstraße (heute Am Varenholt, Benennung in 1909 vermutlich wegen deren Funktion als Weg zur Kosterbrücke) im Zuge der weiteren Besiedlung diese Bedeutung abgenommen. Die heutige Kosterstraße (Benennung in 1909 als Finkenstraße wegen des Verlaufs durch den Finkensiepen) wurde erst 1922 fertig gestellt. Bei den ersten Überlegungen im August 1912 zum Bau einer Straßenbahn­linie war die Stiepeler Gemeindevertretung noch der Überzeugung, dass die Brückstraße „… für den allgemeinen Verkehr allen Anforderungen genügt.“ Im September 1913 entschloss sich die Gemeindevertretung dann aber „… einstimmig für einen Ausbau der Finkenstraße. … Von der Führung … über die Brückstraße wird … Abstand genommen, weil die Finkenstraße wesentlich günstigere Steigungsverhältnisse aufweist.“ Der Bau dieser neuen Straße wurde 1915 kriegsbedingt unterbrochen, nach Fertigstellung der heutigen Kosterstraße ging die Bedeutung der Krockhausstraße noch weiter zurück. Die Benennung der Straße auf „Krockhausstraße“ im Jahr 1929 (mit der Eingemeindung Stiepels nach Bochum) erinnert an den erstmals 1335 urkundlich erwähnten Hof- und Familiennamen Krockhaus. Andere Quellen aus der Stiepeler Geschichtsforschung gehen bisher vom Jahr 1601 aus. Der Hof, der am Beginn der Straße lag, ist im Jahr 1943 ausgebrannt und nicht wieder aufgebaut worden. Das heute noch als „Krockhaus-Villa“ bezeichnete Haus, das um 1900 errichtet wurde, steht ein Stück neben dem ursprünglichen Hof. Gleichzeitig erinnert der Name auch an die zwei Stiepeler Gemeindevorsteher aus dieser Familie: die Brüder Heinrich Georg zur Oven-Krockhaus (geboren 1852, Amtszeit 1886-1888) und Friedrich Heinrich zur Oven-Krockhaus (geboren 1857, Amtszeit 1895-1919). Der Familienname hatte sich im Jahr 1794 durch eine Heirat geändert auf „zur Oven genannt Krockhaus“. Als wichtige Einnahmequelle wurden neben dem landwirtschaftlichen Betrieb eine Ziegelei und ein Steinbruch betrieben.

„Krockhaus-Villa“, Foto: H.-D. Eickelbeck

„Krockhaus-Villa“, Foto: H.-D. Eickelbeck

 

Die nicht mehr bestehende Wirtschaft Wengeler, die Gründungslokal der Kompanie Brockhausen (Schützenverein) war. Foto: W. Dickten

Die nicht mehr bestehende Wirtschaft Wengeler, die Gründungslokal der Kompanie Brockhausen (Schützenverein) war. Foto: W. Dickten

Der zuerst mit Einführung der Straßennamen in Stiepel im Jahr 1909 vergebene Name war „Hertastraße“. Die Entstehung dieser Bezeichnung lässt sich nicht mit Sicherheit nachvollziehen. Tatsache ist aber, dass die 1897 geborene jüngste Tochter des 1909 im Amt befindlichen Gemeindevorstehers zur Oven-Krockhaus den Vornamen Herta hatte. Da wäre es schon ein großer Zufall, wenn dies die Namensfindung nicht beeinflusst hätte.